Christian Zimmermann war als Diakon in unserer Gemeinde tätig und lebt nun mit seiner Familie in Müden. Doch die Reise geht weiter: Das nächste Ziele: Kanada. Hier ein Interview von Pfarrer Jürgen Harting mit Christian und Paula.

Jürgen Harting (J.H.): Wie seid ihr auf die Idee gekommen, nach Kanada zu gehen?
Christian (C): Das sind eigentlich zwei Geschichten – eine von Paula und eine von mir.
Paula (P): Im ersten Newsletter haben wir bereits ausführlich darüber berichtet. Weil der Newsletter nachgelesen werden kann, hier die Kurzversion: Wir hatten bereits schon lange mit dem Gedanken gespielt, ins Ausland zu gehen. Konkret wurde es vor einigen Monaten, als ich auf Artikel über die First Nations stieß, in denen über die Kindergräber geschrieben wurde. 
C: Ja und ich hatte den Eindruck, dass Gott zu mir während einer Gebetszeit sagt: „Geht nach Kanada!“ Einige Tage später haben wir uns darüber ausgetauscht und waren überrascht, dass wir beide auf einmal gerade dieses Land auf dem Herzen haben.

J.H.: Warum ist Kanada ein ‚Missionsland‘? 
P: Kanada ist nicht unbedingt das Land, an das man denkt, wenn man Mission hört. Wir hatten anfänglich vor allem an Afrika gedacht.
C: Auch nach Deutschland oder Frankreich kommen Missionare. Vor Kurzem hatten wir ein Treffen mit einem Missionar, der über 20 Jahre in Frankreich war. In der Wirtschaft spricht man von Globalisierung. Auch im Reich Gottes gab und gibt es immer wieder den Austausch und die Zusammenarbeit von verschiedenen Nationen. Das inspiriert sich gegenseitig und ist wertvoll. 



J.H.: Die Menschen der „First Nations“ haben in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen mit Europäern gemacht, auch mit christlichen Missionaren nicht. In welcher Weise wird dieses Wissen eure Arbeit beeinflussen?
P: Das stimmt. Was vor einigen Monaten durch die Medien ging hat mich zutiefst berührt und traurig gemacht. Die gesamte Geschichte der First Nations in den letzten Jahrhunderten ist von Leid geprägt. 
Das werden wir an vielen Stellen sehen und erleben. Es gibt beispielsweise viel Drogenmissbrauch und eine hohe Kriminalitätsrate.
C:  Mit dem Evangelium im Gepäck haben wir eine Hoffnungsbotschaft, die Menschen Perspektive gibt, die sich für Frieden einsetzt und die Menschen annimmt, wie sie sind. Das was in der Vergangenheit nicht gemacht worden ist. Ein Missionar hat uns von einem Projekt erzählt, wo Ureinwohner Südamerikas als Partner nach Nordamerika reisten und auf einer ganz anderen Ebene zu den Ureinwohnern dort sprechen konnten. So etwas begeistert mich. Vielleicht entstehen ja genau solche Beziehungen, bei denen wir Mittler sind. Ich denke, es ist wichtig, dass wir die Person, der wir begegnen, so annehmen, wie sie ist. 

J.H.: Mit welcher Organisation werdet ihr zusammenarbeiten?
P: Wir werden mit NCEM (Northern Canada Evangelical Mission) zusammenarbeiten. Sie haben schon jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit den First Nations. Es gibt viele Beziehungen, die über Jahre gewachsen sind, auf die wir aufbauen können.

J.H.: Wann wird voraussichtlich eure Ausreise stattfinden?
C: Das ist eine spannende Frage. Am liebsten wäre es uns, wenn wir Ende April gehen, damit wir bei dem Vorbereitungstraining für neue Missionare im Mai in Kanada sein können. Das hängt allerdings davon ab, ob wir da bereits die Visa haben und ob unsere zugesagte Unterstützung dann bei mindestens 80% des errechneten Bedarfs liegt.

J.H.: Welche Unterstützung benötig ihr, um dort anzufangen?
P: Wir haben immer von rund 5.100 € gesprochen. Das orientiert sich an den Vorgaben von NCEM. Allerdings hat sich im Laufe der Vertragsabsprachen zwischen NCEM und VDM herausgestellt, dass es noch etwas mehr werden wird. Das klärt sich aktuell noch und wird wohl bei rund 5.400€ liegen, also 180€ am Tag. 80% davon ist Voraussetzung für die Ausreise. Momentan haben wir schon 32%.

J.H.: Vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt, die Fragen zu beantworten. Gottes Segen euch für euren Dienst!

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